00:00:03:
00:00:18: Also im Endeffekt kennen wir es doch alle.
00:00:20: Wir fahren jetzt wieder an die Tankstelle, schauen uns die Preise an und denken uns schon wieder teurer geworden.
00:00:27: oder im Winter kommt die Heizkostenabrechnung rein.
00:00:32: Wir schauen uns den Preis an und denken uns ernsthaft.
00:00:37: Und ja, ich würde sagen das dieses Gefühl mittlerweile so ein bisschen ein Dauerzustand geworden ist und uns allen irgendwie schon bewusst geworden sind die letzten Jahre dass Energie längst kein Randthema mehr ist.
00:00:50: wir merken einfach auch im Alltag sie begleitet uns und es immer wieder teurer geworden.
00:00:56: und genau in diesem Zusammenhang reden wir heute über einen Thema das gerade ziemlich viele bewegt die Energiewende.
00:01:04: Und ich muss sagen, je mehr ich mich jetzt die letzten Wochen damit oder die letzten Monate damit beschäftigt habe, desto mehr wurde mir auch klar dass es gar kein kleines Politikprojekt ist sondern einfach eine riesige Entwicklung, die im Prinzip auch am Ende komplett verändert wie wir in Zukunft leben werden, wie wir arbeiten werden und auch Energie nutzen werden.
00:01:24: Ich hab mir in Zuge dessen immer öfters die Frage gestellt Sind wir in Deutschland da eigentlich noch auf Kurs?
00:01:32: und ein kleiner Spoiler vorweg.
00:01:34: Das ist gar nicht so einfach zu beantworten, aber wer könnte uns das besser erklären als jemand der sich mit solchen Entwicklungen im tagtäglichen Geschäft auseinandersetzt?
00:01:44: Und deshalb begrüße ich heute unseren Portfoliomanager- und Energieexperte Philipp Huber.
00:01:49: Philipp schön dass du heute wieder da bist!
00:01:51: Ja hallo Sophia vielen Dank für die Einleitung und den Austausch.
00:01:55: Dann lass uns doch auch gleich zum Punkt kommen.
00:01:58: Viele Menschen haben jetzt das Gefühl, dass Energie immer teurer wird und gleichzeitig wird auch immer in Zuge das mit der Energiewende argumentiert.
00:02:06: Aber kannst du uns irgendwie erklären was da gerade wirklich passiert?
00:02:10: Ja!
00:02:11: Das Gefühl, das Energie immer treuerer wird ist absolut nachvollziehbar.
00:02:15: wenn man sich die aktuelle Situation anschaut dann sieht man aber ein etwas differenzierteres Bild.
00:02:20: also da gibt es keine einfache oder schnelle Antwort Und Hintergrund ist der.
00:02:25: Wir befinden uns aktuell in einer Transformation, also eine Übergangsphase wenn man so will.
00:02:32: Das heißt die Energiewende selbst ist kein Ziel dass man irgendwann einfach abhaken kann sondern es ist ein fortlaufender Prozess.
00:02:40: und momentan haben wir die Herausforderung das sich zwei Systeme überlagern oder wenn man sie will laufen die parallel einmal unser Glamour altes fossiles Energiesystem mit Kohlekraftwerken, mit Gaskraftwerken.
00:02:56: Mit allen geopolitischen Abhängigkeiten und entsprechend auch den damit verbundenen Preisschwankungen für die Rohstoffe.
00:03:03: auf der anderen Seite haben wir aber auch ein wachsendes System das in Klammer neue System der erneuerbaren Energien wo wir langfristig stabilere Kostenstrukturen haben und sehend.
00:03:13: Es ist einfach so, dass sich die zwei Systeme aktuell parallel entwickeln.
00:03:17: Das eine wird steig zugebaut das andere ist vielleicht eher auf dem absteigenen Ast oder im Rückbau wenn man so will und der Ausbau der neuer Bahn geht voran teilweise auch sehr dynamisch.
00:03:30: als Beispiel China hat in twenty-fünfundzwanzig dreihundert fünfzehn Gigawatt Photovoltaik zu gebaut.
00:03:36: Das ist mehr als dreimal so viel wie wir in Deutschland aktuell installiert haben.
00:03:41: Aber auch in Deutschland ist der Zubau einer Neuerbahn-Energien weiterhin sehr
00:03:45: dynamisch.".
00:03:46: Okay, da lässt sich auf jeden Fall festhalten dass alles sehr stark wächst.
00:03:51: aber warum merken wir dann im Alltag so wenig davon?
00:03:54: Das hat damit zu tun weil die Systemanpassungen also das was nach dem Zubau der Neuerbahnen Energien kommen und passieren muss, das hängt der Entwicklung hinterher.
00:04:03: Also da denke ich an Netze, den Netzausbau, da denke Da denke ich an die flexible Nutzung von Strom, also dass man auch belohnt wird als Verbraucher wenn man in Zeiten mit viel Sonnenstrom oder wie ein Strom eben auch viel verbraucht.
00:04:17: Oder umgekehrt wenn wenig vorhanden ist halt weniger verbrauchten bedeutet unser System so wie es aktuell vorhandenes ist noch nicht ausgelegt für die Zukunft und das muss geändert werden.
00:04:30: Das führt aktuell dazu, dass beide Systeme das alte und das neu was ich angesprochen habe eben parallel wirken.
00:04:37: Im Prinzip kann man aber sagen, wir befinden uns da in einem Übergang.
00:04:40: In der sich die zwei Welten aktuell überlagern – die alte fossile und die neue erneuerbare Welt.
00:04:47: Und das eine wird quasi durch das andere abgelöst.
00:04:50: Aber in dieser Übergangszeit bringt einfach die Natur der Sache mit sich haben wir quasi Investitionen beide Welten, die dann auch stattfinden müssen.
00:05:02: Okay, es klingt auf jeden Fall sinnvoll.
00:05:04: Aber ich frage mich dann trotzdem wenn auf der einen Seite die erneuerbaren Energien günstiger sind warum sehen wir das dann am Ende nicht auf unsere Rechnung?
00:05:12: Also eine super wichtige Frage und genau der Punkt an dem viele Menschen verständlicherweise dann stutzen oder stutzig werden.
00:05:20: Der Kern des Problems liegt darin dass da Strompreis den wir auf der Rechnungssee in der besteht nicht nur aus den reinen Erzeugungskosten für Energie Also eben, was der Strom an der Börse oder direkt aus dem Kraftwerk kostet.
00:05:33: Sondern da steckt mehr dahinter.
00:05:34: Da ist dann auch noch ein wichtiger Preisbestandteil die Netzkosten also das was für den Transport von Strom an Kosten anfällt sowie weitere Steuernabgabenumlagen vor allem eben dann staatliche Komponente.
00:05:48: und in Summe kann man sagen die Erzeugungskosten gerade bei den erneuerbaren Energien sind tatsächlich gesunken oder zumindest stabil und grundsätzlich niedrig.
00:05:59: Und Wind- und Solarstrom ist im Betrieb auch sehr günstig.
00:06:03: Was treibt den Preis dann gerade so hoch?
00:06:06: Das sind vor allem die anderen Komponente, also die Netzendgelte und generell die Systemkosten.
00:06:11: Also was bedeutet Netzendgelte?
00:06:13: Wir bauen ja gerade das Stromsystem massiv um – ich hatte schon angesprochen – die alte und neue Welt.
00:06:19: Dazu sind auch neue Leitungen mehr Verteilene zu einer intelligenten Steuerung vom gesamten Netz notwendig.
00:06:25: Diese Infrastruktur kostet erstmal Geld und diese Investitionen werden dann über die Netzentgelde auf die Verbraucher umgelegt, und diese Netzentgeld ist in den letzten Jahren doch deutlich gestiegen.
00:06:36: Hinzu kommt viele Energieversorger, die kaufen Strom langfristig ein, um sich gegen Preisschwankungen abzusichern Bedeutet aber, dass kurzfristig sinkende Börsenpreise dann bei den Kunden erst stark verzögert ankommen?
00:06:52: Kleiner Spoiler.
00:06:53: Wir machen das anders!
00:06:54: Ich kretsche hier gerade nochmal schnell rein und zwar... Du hast grad einen Punkt genannt, den vielleicht gar nicht unbedingt alle auf dem Schirm haben.
00:07:03: Und zwar dieser langfristige Einkauf.
00:07:06: Wenn man langfristig einkauft, warum merkt man es da nicht direkt wenn die Preise in der Börse fallen?
00:07:11: Viele Versorger, Energieversorger die beschaffen langfristig also mit einem gewissen Vorlaufzeit.
00:07:16: Das heißt die kaufen Strom nicht nur kurzfristig am Spotmarkt sondern sie sichern sich große Teile des Bedarfs dann langfristige über die Terminmärkte ab
00:07:24: und das heißt wahrscheinlich auch dass ihr einfach mehr Planungssicherheit haben.
00:07:28: aber dafür bleiben eben den Leuten die sinkenden günstigen Preise im Markt verwehrt?
00:07:34: Ja ganz genau!
00:07:35: Also man bekommt dadurch natürlich eine gewisse Preis-Stabilität Aber man profitiert ja nicht von sinkenden oder sogar von negativen Börsenpreisen.
00:07:45: Und hier unterscheiden wir uns bei der Optimum mit unserem Ansatz, Wir haben eine strukturierte Beschaffung was bedeutet dass wir fünfzig Prozent der voraussichtlichen Absatzmenge am Spotmarkt beschaffen und Fünfzig Prozent mit zeitlich großem Vorlauf am Terminmarkt.
00:07:59: das heißt wir mischen da einfach die zwei verschiedenen Märkte um das beste aus beiden Märkten eben zu heben, bis beim Spotmarkt eben der preisliche Vorteil die preislichen Chancen beispielsweise durch negative Börsenpreise und bei dem Terminmarkt ist es eben die preisliche Absicherung.
00:08:18: Und ja dadurch können wir unseren Preis optimieren und auch flexibel auf Marktbewegungen reagieren und am Ende profitieren dann unsere Kunden davon.
00:08:27: Okay also quasi zusammengefasst ist es auf der einen Seite eben das langfristige Absichern durch den Termin-Markt und auf der anderen Seite können und das ist mit wahrscheinlich so der größte Unterschied zu anderen Strategien.
00:08:41: Und wenn man jetzt aber dieses Themenkosten betrachtet, die unterschiedlichen Bestaffungsstrukturen der Versorger dann wird finde ich auch klarer warum man eben dieses Gefühl bekommt dass es ständig teurer wird und sich dieses Gefühl auch so hartnäckig hält selbst wenn wir eigentlich sehen dass der Markt sich bewegt und diese Systemkosten werden teurer Und die Beschaffung vieler Versorger sind quasi einfach nicht an diese Veränderungen, diese Transformation angepasst.
00:09:07: Oder die Strategien sind nicht darauf ausgelegt?
00:09:10: Genau!
00:09:11: Also unter dem Strich heißt das... Die Energiewende bringt langfristig günstige Radzeugungspreise mit sich durch den Zubau an Photovoltaik, durch den Zubau von Windanlagen.
00:09:21: aber kurzfristig überlagern sich die Investitionskosten und der Systemumbau sowie Marktmechanismen, die überlageren diesen Effekt.
00:09:30: Das heißt, diese Investitionen werden langfristig.
00:09:33: Weshalb wir davon auch noch in vielen Jahren profitieren.
00:09:35: aber zunächst steht natürlich die hohe Investition im Raum
00:09:38: und dann wird es ja hier eigentlich auch echt spannend wenn man die Politik betrachtet.
00:09:45: Wir sehen ja, dass die eigentlichen Stromkosten gar nicht mehr unbedingt das einzige Problem sind sondern vor allem eben dieses System kosten dahinter.
00:09:51: Die Netze und die Marktmechanismen.
00:09:53: und dann stellt man sich natürlich auch irgendwie automatisch die Frage wie organisiert man das System künftig so dass es am Ende auch effizient arbeitet?
00:10:02: Ja das ist sicherlich einer der Gründe warum die Wirtschaftsministerin Reiche gleich mehrere Gesetze beziehungsweise Reformpakete angestoßen hat.
00:10:10: ich will mal ganz kurz die wichtigsten Punkte oder die Dinge, die gerade diskutiert werden auf politischer Ebene benennen.
00:10:17: Zum einen wird diskutiert die Förderung für erneuerbare Energien zurückzufahren zum Beispiel auch die feste Einspeisevergütung für kleinere Solaranlagen abzuschaffen.
00:10:26: Ein weiterer Punkt ist dass die Anlagenbetreiber mehr Verantwortung tragen sollen für ihren Strom das heißt sie sich selber mehr kümmern müssen wie sie den vermeiden und an wehen.
00:10:38: Dritter Punkt Netzanschlüsse.
00:10:40: Die werden stärker gesteuert.
00:10:42: Also nicht mehr automatisch jede Anlage, die gebaut wird, wird selbstverständlich ans Netz angeschlossen, sondern da wird dann nach Netzkapazität priorisiert, halte ich auch für einen wichtigen Punkt.
00:10:53: und letzter Punkt aber ganz zentral.
00:10:56: Die Kosten im System müssen gesenkt werden zum Beispiel bei Entschädigungen wenn Anlagen wegen Netzentpässen zwangsabgeschaltet werden müssen.
00:11:06: Okay das ist ja jetzt auf jeden Fall eine Menge angeplanten Maßnahmen und wirkt auf mich auch nicht unbedingt wie ein einfacher Umbau, sondern ehrlich gesagt eher wie wirklich was tiefgreifendes.
00:11:19: Und wenn man jetzt die letzten Wochen in den Nachrichten nachgelesen hat oder auf dem sozialen Medien war es auch ein Riesenthema.
00:11:26: da werden die Vorschläge aber durchaus unterschiedlich bewertet würde ich mal sagen.
00:11:32: Du hast vorkommen recht also die Befürworter das sind vor allem Teile der Wirtschaft, die sagen endlich wird die Energiewende wirtschaftlicher gedacht.
00:11:40: Die stark steigenden Systemkosten werden begrenzt und das könnte langfristig auch die Strompreise stabilisieren.
00:11:47: Es gibt aber auch kritische Stimmen, die klingen dann wie folgt Das bremst den Ausbau der Erneuerbaren massiv Investitionen werden unattraktiver und unsicherer und im schlimmsten Fall gefährdet es sogar die Klimaziele.
00:12:01: Kannst du uns dazu irgendwie ein greifbares Beispiel geben?
00:12:04: Ja, gerne.
00:12:04: Also einen diskutierter Aspekt.
00:12:05: der betrifft vor allem die Ausgestaltung von Entschädigungen im Fall von netzbedingten Abregelung und von Wind- und Solaranlagen.
00:12:12: also einfach wenn wir zu viel Wind und Sonnenstrommennetz haben dann müssen die teilweise zwangs abgeregelt werden.
00:12:17: Und hier steht die Frage im Fokus wie Risik und Kosten von so einer Maßnahme innerhalb des Systems halt verteilt werden Weil Hintergrund ist der, diese abgeregelten Anlagen die erzeugen keinen Strom aber erhalten aktuell trotzdem eine Vergütung in Richtung Anlagenbetreiber.
00:12:36: Gleichzeitig werden dem Zusammenhang auf die Herausforderungen im System, im Energiesystem hingewiesen dass die Erzeugungskapazitäten in einzelnen Regionen bereits heute zeitweise nicht vollständig integriert werden können weil das lokale Strom jetzt darauf einfach nicht ausgelegt ist.
00:12:52: also wir haben im Prinzip ein klassischer Zielkonflikt zum einen der schnelle Ausbau gegenüber einem kosteneffizienten Umsetzung, unter zweite Zielkonflikt setzen von Investitionsanreizen gegenüber dem Thema Systemstabilität und einfach Versorgungssicherheit.
00:13:10: Wir wollen mehr erneuerbare Energien aber gleichzeitig muss man natürlich auch das System dahinter ertüchtigen bzw es muss funktionieren.
00:13:17: nur so wird die Energiewende dann erfolgreich sein.
00:13:20: Vielen Dank dir, Philipp für die ausführliche Erklärung.
00:13:24: Ich habe da auch neulich ein Artikel gelesen und die Message des Artikels hat mich aber echt irgendwie nachhaltig beschäftigt.
00:13:31: Und zwar ging es in dem Artikel über unser regionales Verteilernetz und darüber dass dieses Netz keine weiteren Industrieunternehmen mehr ans Netz nehmen kann weil's eben komplett ausgelastet ist.
00:13:43: und da dachte ich mir schon okay das ist irgendwie eine heftige Nachricht
00:13:47: Absolut, das muss man zwar einordnen aber das Gefühl drückt tatsächlich nicht.
00:13:51: Was du da eben beschrieben hast also beispielsweise haben wir es auch bei Ozean im Raum Offenbräug ist kein Einzelfall sondern das sind Symptomen von einem ganz grundsätzlichen Problem was wir aktuell sehen nämlich der Ausbau der erneuerbaren Erzeugung.
00:14:07: Energie in der läuft vielerorts wesentlich schneller als der Ausbaut der Netze.
00:14:11: Also in dem Fall jetzt konkret hier bei uns ist das Hauptproblem des übertragungsnetz Und das bringt einfach nicht die notwendige Leistung, die notwendig wäre.
00:14:19: Das führt dann genau zu solchen Situationen.
00:14:22: Im Prinzip heißt es ja dann aber, dass unser System einfach nicht mehr hinterher kommt oder?
00:14:26: Genau!
00:14:27: Unser Stromnetz ist ursprünglich mal dafür gebaut worden ganz zu Beginn, dass das zentral erzeugte Strom meistens aufs großen Kraftwerken – das war ein großer Kohlekraftwerk oder Kernkraftwerke dass der Strom dann zu den Verbrauchern transportiert wird.
00:14:41: Heute haben wir ein komplett anderes System mit vielen kleinen dezentralen Einspeiser, ne?
00:14:45: Wir haben Photovoltaikanlagen auf Hausdechern, wir haben Windparks in ländlichen Regionen.
00:14:49: Das sind ja auch alles viel kleinere Einheiten wie man das kennt von den großen Kraftwerken.
00:14:55: Also es heißt, der Strom, deren steht also plötzlich ganz woanders als früher und gegebenenfalls sind dort die Netze noch gar nicht dafür oder darauf ausgelegt.
00:15:04: Und was bedeutet das dann konkret?
00:15:07: Also in manchen Regionen haben wir tatsächlich ein Überangebot an Strom.
00:15:10: Da denke ich eher so an Norden von Deutschland, wo sehr viel Windenergie installiert ist.
00:15:15: Wir werden halt gleichzeitig dann die Leitungen fehlen, die diesen Strom auch in den Süden bringen.
00:15:20: Das ist ein ganz großes aber auch bekanntes Problem.
00:15:22: da wird auch schon viele seitens der Vertragungsnetzbetreiber daran gearbeitet weil Ziel muss natürlich sein diese Stromüberschüsse dann dahin zu bringen wo sie gebraucht werden beispielsweise in Industriezentren.
00:15:35: Also wenn ich das jetzt ganz reiserisch sagen würde, würde es bedeuten dass die Netze bei uns einfach überlastet sind.
00:15:41: Ja wobei muss man vielleicht ein bisschen differenziert um mal draufgucken.
00:15:45: also wir haben tatsächlich Regionen in Deutschland in denen jetzt schon Netzbetreiber sagen Wir können aktuell keine neuen Verbraucher oder Zeuge ans Netz anschließen.
00:15:54: Das kommt immer wieder vor Zuletzt häufiger.
00:15:58: Das heißt aber nicht, dass wir in ganz Deutschland da an einem Limit sind sondern das heißt eher punktuell gibt es Überlastungen und der Wandel, der hängt halt strukturell in der Region hinterher.
00:16:09: also man muss dann erst noch investiert werden ins Netz.
00:16:12: Das passiert aber aktuell.
00:16:14: die Netzbetreiber in Baden-Württemberg zum Beispiel, die investieren sehr hohe Summen über den nächsten Jahren.
00:16:20: Das heisst das Problem ist mittlerweile gar nicht unbedingt zu wenig Strom, sondern wir haben jetzt neuerdings oder seit mehreren Jahren eher die Herausforderung dass er eben nicht dahin kommt wo er gebraucht wird.
00:16:33: Und deshalb wird das Stromnetz politisch gerade so ja nehmen das eine große Bühne ein weil die Stromversorgung der limitierende Faktor geworden ist also auch das Blut in unserer Industriada.
00:16:46: und es ist schon bedenklich muss man sagen wenn halt ein Mittelständler in Deutschland investieren will und eine Hallenerweiterung plant oder einen neuen Standort in Deutschland bauen will.
00:16:56: Und die keinen Netzanschluss bekommen, deswegen die Investition nicht tätigen können und damit auch die Arbeitsplätze nicht geschaffen werden ist das schon ein großes Thema.
00:17:04: Aber grundsätzlich wir haben in Deutschland ein Verteilproblem beim Strom.
00:17:08: im Kern geht es also darum den Ausbau der Infrastruktur zu stärken und den Ausbauder Erzeugungen zu synchronisieren.
00:17:17: Und im Endeffekt ist da ja quasi dieses ganz große Ziel noch überall, dass man trotzdem achtzig Prozent erneuerbare Energien bis zum Jahrzehntreißig umsetzen will.
00:17:26: Ich stehe das Ziel noch?
00:17:28: Ja absolut!
00:17:28: Also es ist politisch gewollt worden jetzt jüngst auch erst wieder bekräftigt auf EU-Ebene.
00:17:33: und also da steht man noch zu den Klimazielen auch wenn's da Diskussion gab.
00:17:38: Das ist auch ein ganz entscheidender Punkt.
00:17:39: Also das Ziel steht und zwar ziemlich klar.
00:17:43: aber und das ist der spannende Teil für die Einordnung Der Weg dahin wird gerade neu diskutiert.
00:17:49: Was wir aktuell sehen ist also weniger an zurückrudern beim Ziel, sondern eher eine Debatte über das wie machen wir weiter?
00:17:56: Kannst du uns das noch ein bisschen genauer ausführen?
00:17:58: Ja so klassische Fragestellen die gerade diskutiert werden im Bundeswirtschaftsministerium sind zum Beispiel Wie schnell bauen wir weiter der neuerbaren Energien aus?
00:18:08: Wo bauen wir sie zuerst aus?
00:18:09: Also eher da wo die Netze schon ertüchtigt und da sind oder Woanders.
00:18:16: Und Last but not least, wie können wir die Kosten im Griff behalten?
00:18:20: Das hat natürlich dann alles Konsequenzen auf den politischen und gesetzlichen Rahmen.
00:18:26: Die Energiewende soll nicht nur klimafreundlich sein, sondern sie muss auch wirtschaftlich tragfähig sein.
00:18:31: Da gab es zuletzt schon einige Bedenken weshalb ich einen persönlichen Nachsteuern für eine totale Team halte.
00:18:39: Aber trotzdem, das Ziel muss stehen bleiben und ist auch weiterhin ambitioniert.
00:18:43: Wir brauchen bis zu zwanzig dreißig die achtzig Prozent erneuerbarer Energien.
00:18:48: Ja und auf der anderen Seite werden auch Maßnahmen diskutiert, die den Ausbau dann eben gezielter teilweise auch langsamer oder stärker gesteuert machen.
00:18:57: Also es ist dann quasi gar nicht unbedingt eine Debatte über den Richtungswechsel sondern eher über die Geschwindigkeit und die konkrete Umsetzung wie man das Ziel erreichen möchte.
00:19:06: Und wenn wir dann nach vorne schauen, was würdest du denn sagen erwartet uns in den nächsten Jahren?
00:19:11: Also kurzfristig kann man sagen.
00:19:13: In den nächsten zwei drei Jahren werden wir ehrlich gesagt noch keine vollständige Entspannung sehen.
00:19:18: warum?
00:19:19: weil wer weiter in dieser Übergangsphase sind die ich anfangs beschrieben hatte das heißt die erneuerbaren Energien werden weiter zugebaut.
00:19:27: gleichzeitig hinkt der Netz Ausbau der Speicherausbau und das Thema Flexibilität.
00:19:33: Also da ist auch ein ganz wichtiges Stichwort, die smart mietert, die Flächendecken verfügbar sein müssen, dass man auch belohnt werden kann wenn man seinen Verbrauch da hat den Preisen anpasst.
00:19:44: Das hinkt alles noch hinterher und ist im Moment eine Herausforderung.
00:19:49: also jetzt nicht unbedingt die schnellste Entspannung in Sicht?
00:19:52: Genau!
00:19:53: Diese regionalen Engpässe im Stromnetz, die ich angesprochen hatte, die werden uns erst mal weiter begleiten.
00:19:58: Das wird auch weitere Investitionen in Infrastruktur nach sich ziehen oder notwendig machen und das werden wir auch über steigende Netzentgelte dann auf unseren Rechnungen sehen.
00:20:08: Und was würdest du sagen, wie es mittelfristig aussieht?
00:20:11: Wenn man mal so Ende der zwanzig-zwanziger Jahre sich anschaut, da wird sich der Fokus verschieben.
00:20:18: Dann geht's nicht nur um mehr Windräder und mehr PVs sondern auch um die gesamte Systemintegration.
00:20:24: Kannst Du uns das nochmal ein bisschen genauer erklären?
00:20:27: Der Netzausbau, der wird schneller vorankommen.
00:20:30: Auch durch regulatorische Ansätze, die gerade diskutiert werden.
00:20:33: Speicherwerden immer wichtiger, werden immer mehr zugebaut.
00:20:36: Da zählen beispielsweise Batterien aber auch Wasserstoffe.
00:20:39: Das nimmt immer mehr Fahrt auf das Thema und kommt immer mehr.
00:20:43: Auch das Thema Flexibilität hat es schon angesprochen mit Wichtiger.
00:20:46: Das heißt Industrie da wo's geht natürlich nur.
00:20:50: E-Autos und Wärmepumpen werden stärker auf Strompreise reagieren.
00:20:54: Also kann man dann schon auch sagen, dass die Stromnutzung mit der Zukunft immer zeitabhängiger wird?
00:20:59: Ja genau also da wird aus meiner Sicht die Reise hingehen.
00:21:03: Dass man eben Strom dann verbraucht wenn er günstig ist und weniger verbraucht wenn er teuer ist und das er eben dann auch nicht zu jeder Zeit gleich viel kosten kann sondern dass er dynamisch bepreist wird.
00:21:15: Das heißt so ganz kurz und knapp, wenn wir viel Sonne und viel Wind haben dann haben wir günstigen Strom.
00:21:20: Und bei wenig Wind, wenig Sonne also bei Knappheiten wird er teurer.
00:21:25: Es wird für Unternehmen aber auch für Haushalte Schritt-für-Schritt relevanter.
00:21:29: Wenn wir jetzt noch weiter in die Zukunft schauen?
00:21:32: Ja, also wenn man dann weiter nach vorne schaut zum Beispiel Richtung twenty fünfunddreißig Dann wird sich das Bild deutlich beruhigen und natürlich verändern weil Erzeugungskosten sinken strukturell Gerade bei Wind und Sonne, die verbrauchen keine Brennstoffe.
00:21:46: Und insgesamt werden wir dadurch auch unabhängiger von Öl- und Gaslieferanten an anderen Ländern.
00:21:54: die geopolitischen Krisen können dadurch abnehmen beziehungsweise wir werden da einfach weniger anfällig für aber dieses niedrige Kostenniveau.
00:22:03: das kommt nicht automatisch eins zu eins auf der Rechnung an sondern zeitverzögert weil zunächst eben die Infrastruktur und die Systemkosten weiter in eine wichtige Rolle spielen und zunächst ertüchtigt werden müssen.
00:22:15: Das heißt, da wird man sich erst mal darauf einstellen müssen dass in den beiden Komponenten die Preise steigen können.
00:22:21: Und die Energiewende ist gerade im anstrengenden Mittelteil aber der entscheidet am Ende dann halt darüber wie gut das System am Ende funktionieren wird.
00:22:33: wie komplex dieses ganze Thema gerade ist.
00:22:36: Ich meine, wir merken gerade selbst dass es nicht mehr nur darum geht möglichst viele Windräder aufzustellen, möglichst viele PV-Anlagen zu bauen sondern im Prinzip geht's gerade darum ein neues Energiesystem darum aufzubauen das am Ende dann halt auch zuverlässig und bezahlbar funktioniert.
00:22:51: Und ich würde sagen, das bleibt auf jeden Fall in den nächsten Jahren ganz schön spannend zu beobachten Wie der Deutschland den Weg weitergeht.
00:23:00: Ich bedanke mich bei dir, dass du uns heute mitgenommen hast und die hervorragenden Erklärungen geliefert hast.
00:23:07: Schön, dass Du heute da warst!
00:23:09: Ja vielen Dank für die Einladung und den spannenden Austausch.
00:23:11: also das ist ja ein Thema was gerade auch viele beschäftigt umtreibt und von daher fand ich es super interessant mit Dir dazu mich auszutauschen.
00:23:20: Danke schön!
00:23:22: Das wars dann auch für heute mit dem E-Pod, dem Energie Podcast der Optimum.
00:23:26: Schön dass Ihr wieder dabei wart Wenn euch die Folge gefallen hat, wie immer abonniert uns am Podcast und bleibt auf jeden Fall auch neugierig auf den nächsten Themen, die unsere Energie-Zukunft bewegen.
00:23:37: Ich sage danke fürs Zuhören und bis zum nächsten Mal!
00:23:39: Bleibt Energie geladen!
00:23:44: Weitere spannende News und Informationen rund um die Energiebranche sowie die Anmeldung für
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